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Wie wir arbeiten

Die Forschungsarbeiten und Evaluationsaufträge, die im Rahmen von ces service ug durchgeführt werden, arbeiten mit der dokumentarischen Methode. Dieser Forschungsansatz knüpft an die Ethnomethodologie Garfinkels und den Sozialkonstruktivismus Berger/Luckmanns an, geht jedoch in seiner Analyseeinstellung über diese hinaus. Statt auf der Ebene des Common Sense zu verbleiben, richtet er den Blick auf die milieuspezifische Logik sozialer Prozesse und Handlungen. Es geht um den modus operandi, den Habitus, der das Handeln, Erleben und Begreifen von Menschen bedingt und grundlegend strukturiert. Diese implizite Handlungs- und Wissensebene zu rekonstruieren, ist wesentliches Ziel der dokumentarischen Methode.

Metatheoretisch gerahmt ist der Forschungsansatz von theoretischen Konzepten, die einen Zusammenhang von sozialer Lage sowie Praxis herausarbeiten und die handlungsleitende Relevanz impliziter Wissensbestände (Orientierungen, Haltungen) betonen. Zu nennen sind vor allem die Wissenssoziologie Mannheims und die Habitustheorie von Bourdieu, wenngleich sich in jüngeren Arbeiten auch Bezugnahmen zu weiteren Konzepten wie Foucaults Diskurstheorie finden.

Die Entstehung und Etablierung der dokumentarischen Methode als rekonstruktiven Forschungsansatz ist eng mit dem Soziologen Ralf Bohnsack verknüpft, der dieses Forschungsverfahren zunächst an der Universität Bielefeld, später dann im Rahmen seines Lehrstuhls an der Freien Universität zu Berlin entwickelt hat. An der Weiterentwicklung des Ansatzes sind die verschiedenen Mitglieder des ces e.V. beteiligt.